Kaufbeuren baut schneller: Bauturbo und zwei Großprojekte 2026

Kaufbeuren wächst und braucht Wohnraum. Die Stadt reagiert 2026 mit einem beschleunigten Genehmigungsverfahren und zwei konkreten Neubauprojekten, die zusammen rund 278 neue Wohnungen schaffen.
Der Bauturbo: Schnellere Genehmigungen für Nachverdichtung
Im Kaufbeurer Bauausschuss stimmte eine große Mehrheit der Stadträte dafür, den sogenannten Bauturbo als Genehmigungsverfahren für Wohnbauprojekte anzuwenden. Das Verfahren soll vor allem bei Nachverdichtungen greifen, die nach dem herkömmlichen Planungsrecht nicht realisierbar wären. Oberbürgermeister Stefan Bosse bringt es auf den Punkt: 'Bauen muss kalkulierbarer werden.'
Als geeignete Gebiete für schnelle Nachverdichtung nannte die Bauverwaltung beispielhaft Teile von Neugablonz.
60 Wohnungen in fünf Monaten: das Vonovia-Projekt
An der Marktoberdorfer Straße hat Vonovia in nur rund fünf Monaten Bauzeit 60 neue Mietwohnungen errichtet. Möglich machte das eine neuartige Ziegel-Modulbauweise der in Mindelheim ansässigen Firma WMM Modulbau GmbH. Spatenstich war am 15. September 2025, ab Frühjahr 2026 startete die Vermarktung.
Die vier Mehrfamilienhäuser entstanden auf einer Freifläche zwischen bestehenden Wohngebäuden im Areal 'Am Flugfeld'. Alle Wohnungen sind barrierefrei und verfügen überwiegend über Balkone oder Terrassen. Das Quartier soll ab Mitte 2026 weiter aufgewertet werden: Bestandsgebäude werden modernisiert, Dachgeschosse für weitere Wohnungen ausgebaut.
218 geförderte Wohnungen an der Füssener Straße
Parallel dazu entsteht auf einem 20.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Füssener Straße ein neues Wohnquartier mit 218 geförderten Wohnungen. Bauträger ist Ten Brinke, Auftraggeber das landeseigene Wohnbauunternehmen BayernHeim. Die Fertigstellung ist für 2026 geplant.
Verteilt auf sechs Gebäude mit je vier Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss entstehen rund 16.100 Quadratmeter Wohnfläche. Die Wohnungen werden nach dem Effizienzhaus-55-Standard gebaut und verbrauchen damit 45 Prozent weniger Primärenergie als gesetzlich gefordert. Ein Parkhaus mit 248 Stellplätzen hält das Quartier weitgehend autofrei.
Was das für den Markt bedeutet
Kaufbeuren zählt zu den wachsenden Mittelstädten im Allgäu. Der Bedarf an neuem Wohnraum ist real: Laut einer Pestel-Institut-Analyse müssen bis 2028 allein in den Landkreisen Oberallgäu, Ostallgäu und Unterallgäu sowie in Kaufbeuren, Kempten und Memmingen insgesamt 3.330 neue Wohnungen entstehen.
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