Leerstand wird Wohnraum: KfW 266 fördert Umbau im Allgäu

Leerstehende Büros, aufgegebene Ladengeschäfte, ehemalige Arztpraxen: Im Allgäu gibt es solche Flächen in vielen Orts- und Stadtkernen. Seit dem 1. Juli 2026 gibt es ein neues Bundesförderprogramm, das den Umbau solcher Gebäude zu Wohnraum direkt bezuschusst.
Was KfW 266 konkret fördert
Das Programm trägt die Bezeichnung 'Gewerbe zu Wohnen' und läuft bei der KfW unter der Nummer 266. Es fördert den Umbau beheizter Gewerbeimmobilien und anderer Nichtwohngebäude in Wohnraum. Wer ein leerstehendes Büro, ein Ladenlokal oder eine ehemalige Arztpraxis in Wohnungen umbaut, bekommt 30 Prozent der förderfähigen Umbaukosten als direkten, nicht rückzahlbaren Zuschuss.
Der maximale Zuschuss liegt bei 30.000 Euro je neu entstehender Wohneinheit. Grundlage sind förderfähige Umbaukosten von maximal 100.000 Euro pro Wohneinheit. Gezählt werden Kosten für Grundrissänderungen, Innenausbau, sanitäre Installation, Schallschutz und Brandschutz. Maßnahmen zur energetischen Sanierung werden separat über andere KfW-Programme gefördert und können kombiniert werden.
Wer den Zuschuss beantragen kann
Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Unternehmen, Investoren und Wohnungsbaugesellschaften. Voraussetzung: Das Gebäude muss beheizt sein und seine Baugenehmigung muss mindestens fünf Jahre zurückliegen. Außerdem muss durch den Umbau mindestens eine neue Wohneinheit entstehen.
Für Unternehmen gilt eine Deckelung: Der Gesamtzuschuss pro Unternehmen darf in drei aufeinanderfolgenden Steuerjahren 300.000 Euro nicht übersteigen. Für Privatpersonen entfällt diese Grenze.
Der Antrag muss vor Beginn der Umbauarbeiten direkt bei der KfW gestellt werden. Das Programm läuft zunächst bis zum 31. Dezember 2026. Eine Verlängerung ist möglich, aber nicht garantiert. Das Gesamtbudget beträgt 300 Millionen Euro.
Warum das für das Allgäu relevant ist
Renergie Allgäu e.V. wies im Juli 2026 ausdrücklich auf das neue Programm hin. Der Verein sieht darin eine Chance, Nichtwohngebäude und -flächen zu neuem, klimafreundlichem Wohnraum zu machen.
Gerade in Innenstadtlagen wie Kempten, Kaufbeuren oder Memmingen stehen manche Gewerbeflächen leer, während die Nachfrage nach Wohnraum hoch bleibt. Das Programm setzt genau dort an: Bestandsgebäude aktivieren statt neu bauen. Wer ein solches Objekt besitzt oder kennt, sollte den Antrag nicht auf 2027 vertagen.
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