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Sanierungsquote auf Rekordtief: Was das für Immobilien im Allgäu bedeutet

Autorenbild: Julian S.
Julian S.
vor 1 Stunde
2 Min. Lesezeit

Im August 2026 meldete renergie Allgäu e.V. das, was Fachleute seit Jahren befürchten: Die Sanierungsquote im deutschen Gebäudebestand ist zu niedrig. Für Eigentümer im Allgäu ist das keine abstrakte Zahl, sondern eine Warnung mit direkten Folgen für Heizkosten und Immobilienwert.


Die Zahlen: Neues Tief im Jahr 2025

Die Quote für energetische Sanierungen im deutschen Wohngebäudebestand lag 2025 bei 0,67 Prozent. Das ist ein neuer Tiefpunkt. 2022 lag der Wert noch bei 0,88 Prozent, 2023 bei 0,70 Prozent und 2024 bei 0,69 Prozent.

Um die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen, wäre eine Sanierungsquote von rund zwei Prozent pro Jahr nötig. Tatsächlich wurde 2025 nur gut ein Drittel davon erreicht. Laut Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle (BuVEG) wurden 2025 bundesweit 260.000 Wohneinheiten saniert. Nötig wären laut Deutscher Energie-Agentur rund 460.000.

Zwei Drittel aller Wohngebäude in Deutschland befinden sich in den Effizienzklassen D bis H und verbrauchen mehr als 100 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Unsanierte Immobilien verlieren am Markt mittlerweile bis zu 40 Prozent ihres Wertes gegenüber sanierten Objekten.


Was das im Allgäu konkret heißt

Das alpine Klima im Allgäu macht energetische Mängel besonders spürbar. Lange Winter und hohe Niederschlagsmengen treiben die Heizkosten in schlecht gedämmten Gebäuden nach oben. In Städten wie Immenstadt oder Sonthofen empfehlen Fachleute bei Bestandsgebäuden diffusionsoffene Dämmsysteme statt Standardlösungen.

Im Oberallgäu stehen laut Pestel-Institut rund 3.620 Wohnungen leer. Über die Hälfte davon ist bereits seit einem Jahr oder länger nicht bewohnt. Ein Großteil dieser Wohnungen kann erst wieder genutzt werden, nachdem sie aufwendig saniert wurden. Genau hier liegt die Herausforderung für den regionalen Wohnungsmarkt.

Renergie Allgäu e.V. warnte im August 2026 ausdrücklich: 'Um die Klimaziele im Gebäudebestand erreichen zu können, bedarf es einer regelmäßigen Sanierungsquote für energetische Optimierungen von zwei Prozent.' Der Verein setzt sich seit Jahren für die Energiewende in der Region ein.


Förderung nutzen, bevor sie sinkt

Wer jetzt saniert, profitiert noch von den aktuellen Förderbedingungen. Das BAFA bezuschusst Einzelmaßnahmen zur energetischen Sanierung mit bis zu 12.000 Euro je Wohneinheit. Dazu zählen Dämmung der Fassade, Fenstertausch, Heizungsoptimierung und Lüftungsanlagen.

Wer eine Komplettsanierung zum KfW-Effizienzhaus plant, kann seit dem 21. Juli 2026 einen Tilgungszuschuss von bis zu 52.500 Euro je Wohneinheit erhalten. Wer zusätzlich einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen lässt, bekommt fünf Prozent Zusatzförderung auf alle empfohlenen Maßnahmen. Der förderfähige Höchstbetrag steigt dabei von 30.000 auf 60.000 Euro pro Wohneinheit.

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