Bad sanieren: Kosten, Dauer und die richtige Reihenfolge

Das Wichtigste in Kürze
Ein Standardbad mit vier bis sechs Quadratmetern kostet etwa 15.000 bis 25.000 Euro.
Die reine Bauzeit liegt bei zwei bis drei Wochen, realistisch sind vier bis sechs Wochen bis zur Nutzung.
Vier Gewerke kommen zusammen, teils mehrfach. Deshalb ist das Bad pro Quadratmeter der teuerste Raum im Haus.
Die Reihenfolge ist festgelegt und lässt sich nicht umstellen, ohne fertige Arbeiten zu beschädigen.
Für Eingriffe in Steigleitungen braucht es in einer Eigentumswohnung die Zustimmung der Gemeinschaft.
Vor dem Verkauf lohnt die Sanierung bei Bädern aus den Sechzigern bis Achtzigern fast immer.
Vier bis sechs Quadratmeter, und trotzdem der Posten, an dem die meisten Renovierungsbudgets kippen. Das liegt nicht am Material, sondern daran, dass im Bad alles zusammenkommt: Wasser, Abwasser, Strom, Abdichtung, Fliesen, Lüftung.
Wir haben in den letzten fünf Jahren rund 20 Objekte im Allgäu saniert, und in fast jedem war das Bad der größte Einzelposten. Hier die Zahlen und der Ablauf, so wie es in der Praxis läuft.
Was ein Bad wirklich kostet
Die Spanne für ein Standardbad liegt bei 15.000 bis 25.000 Euro. Grob verteilt sich das so:
Position | Anteil |
|---|---|
Installation Wasser und Abwasser | 20 bis 25 % |
Fliesen und Verlegung | 20 bis 25 % |
Sanitärobjekte und Armaturen | 15 bis 25 % |
Elektrik und Lüftung | 10 bis 15 % |
Abbruch und Entsorgung | 8 bis 12 % |
Estrich, Abdichtung, Malerarbeiten | 10 bis 15 % |
Was den Preis nach oben treibt, ist selten das teure Waschbecken. Es sind vier andere Dinge:
Leitungen verlegen. Bleibt alles an seinem Platz, ist die Installation überschaubar. Soll die Dusche dorthin, wo bisher die Wanne stand, und das WC an die andere Wand, wird es deutlich teurer.
Bodengleiche Dusche. Sie braucht Aufbauhöhe für das Gefälle und eine saubere Abdichtung. Im Bestand ist das machbar, aber aufwendiger als eine Duschtasse. Wie das im Detail geht, steht in unserem Artikel zur ebenerdigen Dusche im Bestand.
Fliesenformat. Großformate sehen ruhiger aus, brauchen aber einen ebeneren Untergrund und mehr Zeit beim Verlegen.
Überraschungen hinter der Wand. Alte Bleileitungen, morsche Holzbalken unter dem Estrich, Feuchtigkeitsschäden. In Häusern vor 1970 findet sich fast immer etwas.
Bad sanieren: die Reihenfolge, die nicht verhandelbar ist
Der häufigste Fehler bei Sanierungen in Eigenregie ist eine falsche Gewerkefolge. Im Bad rächt sich das sofort.
Abbruch und Entsorgung. Alles raus, inklusive alter Fliesen und Estrich, wenn er getauscht wird.
Installateur, erster Durchgang. Wasser- und Abwasserleitungen neu verlegen, Vorwandinstallation setzen.
Elektriker. Leitungen für Licht, Steckdosen, Lüfter, gegebenenfalls Fußbodenheizung. Jetzt, weil danach alles zu ist.
Estrich und Abdichtung. Der Schritt, bei dem am meisten schiefgehen kann und der Trocknungszeit braucht.
Fliesenleger. Boden und Wände.
Installateur, zweiter Durchgang. Montage von WC, Waschbecken, Armaturen, Duschabtrennung.
Maler und Silikonfugen. Der Abschluss.
Zwischen Schritt vier und fünf liegt Wartezeit, die sich nicht verkürzen lässt. Wer den Fliesenleger auf feuchten Estrich stellt, bekommt das Problem später zurück.
Wie lange es wirklich dauert
Die Rechnung "zwei Wochen Bauzeit" stimmt für die Arbeit selbst. Sie stimmt nicht für den Zeitraum, in dem du kein Bad hast.
Realistisch sind vier bis sechs Wochen. Der Unterschied entsteht durch Trocknungszeiten und dadurch, dass sechs Handwerkertermine selten lückenlos aneinanderpassen. Gerade im Allgäu, wo die Betriebe gut ausgelastet sind, liegen zwischen zwei Gewerken schnell ein paar Tage.
Wer im bewohnten Zustand saniert, sollte das einplanen. Ein zweites WC im Haus ist Gold wert, ein Zweitbad bei den Nachbarn eine Verhandlung.
Was sich lohnt und was nicht
Aus den Objekten, die wir gekauft und weiterverkauft haben, lässt sich eine klare Linie ziehen.
Lohnt sich:
Bodengleiche Dusche statt Wanne. Wirkt großzügiger und spricht mehr Käufer an, gerade ältere.
Heller, durchgehender Bodenbelag. Macht kleine Bäder optisch größer.
Ein Fenster freihalten oder einen ordentlichen Lüfter einbauen. Feuchte Bäder riechen, und der Eindruck bleibt.
Ausreichend Steckdosen. Kostet fast nichts, fehlt fast immer.
Lohnt sich selten:
Hochpreisige Designarmaturen. Der Unterschied fällt beim Verkauf nicht auf.
Aufwendige Nischen und Beleuchtungskonzepte, die Geschmackssache sind.
Eine zweite Wanne zusätzlich zur Dusche, wenn der Platz eng ist.
Vor dem Verkauf: rechnen statt renovieren
Ein saniertes Bad hebt den Wert einer Wohnung spürbar. Ob es sich rechnet, ist trotzdem eine Rechnung mit drei Größen: Kosten, Mehrerlös und Zeit.
Bei Bädern aus den Sechzigern bis Achtzigern geht sie in der Regel auf. Bei Bädern ab 2000 selten. Und wenn Zeit fehlt, etwa weil eine Erbengemeinschaft auseinandergeht oder ein Umzug ansteht, ist der Verkauf im Ist-Zustand oft die bessere Entscheidung. Wir haben das im Artikel renoviert oder unrenoviert verkaufen an einem konkreten Beispiel durchgerechnet.
Was dein Bad kosten würde, kannst du mit unserem Kostenrechner durchgehen. Fertige Bäder aus unseren Projekten siehst du in den Referenzen, und wenn du direkt sprechen willst, geht das über das Kontaktformular.
Alle Zahlen sind Erfahrungswerte aus dem Allgäu, Stand September 2026, und ersetzen kein Angebot eines Fachbetriebs.
Häufige Fragen
Was kostet eine Badsanierung?
Für ein Standardbad mit vier bis sechs Quadratmetern liegt die Spanne bei etwa 15.000 bis 25.000 Euro. Darin enthalten sind Abbruch, Installation, Elektrik, Fliesen, Sanitärobjekte und Malerarbeiten. Nach oben ist die Spanne offen, nach unten wird es nur mit erheblicher Eigenleistung günstiger.
Wie lange dauert eine Badsanierung?
Die reine Bauzeit liegt bei zwei bis drei Wochen, wenn alle Gewerke ohne Lücke aufeinanderfolgen. Realistisch solltest du vier bis sechs Wochen einplanen, weil zwischen den Gewerken Trocknungszeiten liegen und Termine selten lückenlos passen.
In welcher Reihenfolge kommen die Handwerker ins Bad?
Abbruch, dann Installateur für Wasser und Abwasser, dann Elektriker, dann Estrich und Abdichtung, dann Fliesenleger, dann wieder Installateur für die Montage der Objekte, zuletzt Maler und Silikon. Wer diese Folge ändert, macht fertige Arbeiten wieder kaputt.
Braucht man für eine Badsanierung eine Genehmigung?
Innerhalb der eigenen vier Wände in der Regel nicht, solange keine tragenden Wände betroffen sind und die Leitungsführung im Gebäude bleibt. In einer Eigentumswohnung brauchst du für Eingriffe in Gemeinschaftseigentum wie Steigleitungen die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft.
Lohnt sich eine Badsanierung vor dem Verkauf?
Bei Bädern im Originalzustand aus den Sechzigern bis Achtzigern fast immer. Das Bad ist der Raum mit dem größten Einfluss auf den wahrgenommenen Wert der ganzen Wohnung. Bei Bädern ab Baujahr 2000 lohnt es sich meist nicht, dort reicht eine gründliche Auffrischung.
Kann man das Bad in Etappen sanieren?
Technisch ja, wirtschaftlich selten sinnvoll. Jedes Gewerk kommt dann mehrfach an, jede Anfahrt kostet, und die Abdichtung lässt sich schlecht in Abschnitten herstellen. Wenn das Budget nicht reicht, ist es meist besser, ein Jahr zu warten und dann komplett zu machen.



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